Snowden im Horrorfilm für Datenschützer.

20. November 2014
Whistleblower Edward Snoden

Seine Enthüllungen halten die Welt in Atem, doch Datenschützern stockt der Atem dabei: Edward Snowden, der Whistleblower, der die regelmäßigen Verstöße gegen den Datenschutz durch NSA und Konsorten in die internationalen Schlagzeilen gebracht hat. Und er hat wieder brisante News für Sie.

 

Im Film "Der Staatsfeind Nr. 1" aus dem Jahr 1998 wurde Will Smith in seiner Rolle als Anwalt unfreiwillig zum Dorn im Auge der Geheimdienste. Schon damals war erschreckend, wie sehr die NSA in das Leben der Hauptfigur eingreifen konnte. Aber das war lange vor den Anschlägen des 11.September 2001, dem Patriot Act, Facebook, Smartphone und iCloud. Nicht einmal Google gab es, als der Film gedreht wurde – es wurde erst kurz vor dessen Premiere gegründet. Will Smiths Kampf allein gegen die Spione der NSA war zwar ganz unterhaltsam, aber vermutlich war zu diesem Zeitpunkt nur wenigen wirklich bewusst, wie weitreichend die Überwachung von Privatpersonen einmal sein würde. Und den von Gene Hackman verkörperten Ex-Agenten "Brill", der die Hauptfigur über die grenzenlose Macht der NSA informiert, konnte man damals noch recht gemütlich als paranoiden Spinner abtun – bis Edward Snowden kam.

 

Der neue Staatsfeind Nr.1 erobert die Leinwand.

Dieser Edward Snowden, ebenfalls ein ehemaliger Mitarbeiter der NSA, hat die teils schamlose Vorgehensweise der amerikanischen Geheimdienste vor kurzem an die Öffentlichkeit gebracht und die heile Online-Welt damit in ihren Grundfesten erschüttert. Die Geheimdienste haben nun statt des fiktiven "Brill" einen ziemlich realen Dorn im Auge. Und sie werden es vermutlich nicht gerne sehen, dass auch der neue Staatsfeind Nr. 1 ins Kino kommt. Zwar nicht unter diesem Namen, sondern als "Citizenfour" – dem Pseudonym, das Edward Snowden benutzte, als er erstmals mit seinen Enthüllungen an die Öffentlichkeit ging. Am 27.Oktober 2014 startete der Dokumentarfilm über den unscheinbaren Mann mit John Lennon-Brille. Der Hauptdarsteller hat zwar wenig Ähnlichkeit mit Will Smith oder Gene Hackman, doch für Datenschützer ist Edward Snowden schon jetzt ein Held. Und ein Film über ihn großes Kino – obwohl er hauptsächlich ihre schlimmsten Horrorvisonen zeigt. Den Trailer zu „Citizenfour“ sehen Sie hier.

 

1,2 Millionen US-Amerikaner im Visier.

Edward Snowden hat in diesem Film unter anderem bekannt gegeben, dass die USA das Online-Verhalten von 1,2 Millionen Menschen innerhalb der eigenen Bevölkerung systematisch ausspähen – was natürlich nicht heißt, dass die Daten der anderen 315 Millionen völlig uninteressant wären. Aber es bedeutet, dass zumindest einer von 264 Amerikanern auf der ständigen Überwachungsliste der Geheimdienste steht. Eine davon ist übrigens die Regisseurin des Films selbst, Laura Poitras. Sie steht seit der Veröffentlichung ihres regimekrititischen Filmes „My Country, My Country“ auf der Watch List und gilt als „terrorverdächtig“. 

 

Der Vergleich zu Österreich.

Einer von 264 Einwohnern – umgerechnet auf Österreich wären das mehr als 32000 Menschen. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Feldkirch, immerhin zweitgrößte Stadt Vorarlbergs und dreizehntgrößte Stadt Österreichs. Ziemlich schwer vorstellbar, dass das alles potenzielle Terroristen sein sollen.

Und was Edward Snowden sonst noch alles zu berichten hat, erfahren Sie in dieser deutschen Abschrift eines exklusiven ARD-Interviews.

 

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